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Vielfalt tut gut.

Deutschland - Orte der Vielfalt

Orte der Vielfalt

Ortsschild
Karlsruhe
Einwohnerzahl: 278.047 (2009)
Oberbürgermeister: Heinz Fenrich
Ort der Vielfalt seit: 25. Mai 2009

Warum ist Karlsruhe ein Ort der Vielfalt?

 

Karlsruhe ist ein Ort der Vielfalt. Dies ergibt sich bereits aus der Stadtgeschichte und der Stadtstruktur sowie aus der Lage am Oberrhein, einem der Brennpunkte deutscher und europäischer Geschichte und Schnittstelle der Völker und Kulturen. Karlsruhe liegt nahe der deutsch-französischen Grenze und ist ehemalige Hauptstadt des auf vielfältigen Wurzeln beruhenden deutschen Mittelstaates Baden. Die Stadtgründung Karlsruhes im Jahre 1715 erfolgte mit einem Privilegienbrief, der Menschen aller Länder und (der christlichen und der jüdischen) Religionen einlud, sich hier bei vollen Bürgerrechten niederzulassen. Karlsruhe war damit von Anfang an eine junge und weltoffene Stadt und ist es bis heute.  Daran haben auch die großen, überwiegend technisch ausgerichteten Hochschulen mit Studierenden aus aller Welt ihren Anteil. Die badische Verfassung von 1818, das erste eigenständige Parlamentsgebäude in Deutschland von 1822 sowie die badische Revolution von 1848/49 sind Meilensteine der deutschen Demokratiegeschichte. Als Sitz von Bundesverfassungsgericht, Bundesgerichtshof und Bundesanwaltschaft versteht sich Karlsruhe als Residenz des Rechts und stellt Recht und Demokratie in den Fokus seiner gesellschaftlichen und kulturellen Projekte. 

 

Karlsruhe ist eine bunte und interkulturelle Stadt. Rund jeder vierte Einwohner hat einen Migrationshintergrund. Die Hauptmigrantenguppen kamen aus der Türkei, dem ehemaligen Jugoslawien und der ehemaligen Sowjetunion.  2008 hat sich Karlsruhe unter großer Beteiligung der gesellschaftlichen Vereinigungen und der Bürgerschaft ein Integrationskonzept gegeben. Zum guten Miteinander in Karlsruhe tragen das „Internationale Begegnungszentrum“, das jährliche „Fest der Völkerverständigung“, viele Migrantenvereine und Deutsch-Ausländische Gesellschaften mit großem Angebot nach Innen und Außen und engagierte Migranten- und Flüchtlingshilfsvereine bei. Auch dem interreligiösen Dialog gelten verstärkte Bemühungen. Für das Jahr 2009 erarbeitet das stadtgeschichtliche Museum eine Ausstellung über Migrantinnen und Migraten in Karlsruhe. Das zweisprachige, thematisch international ausgerichtete Kulturfestival „Frauenperspektiven“ sowie das „Centre Culturel Franco-Allemand“ geben der Sprache des Nachbarn ein besonderes Gewicht. In der grenzüberschreitenden Organisation PAMINA arbeiten neben der Region Karlsruhe (Mittlerer Oberrhein) auch die Regionen Südpfalz und das Nordelsass gut zusammen und leben die europäische Idee. Daneben sorgen auch viele Pendler aus dem Nordelsass für französische Akzente.

 

Im Jahr 2000 verabschiedete der Gemeinderat die Resolution „Karlsruhe zeigt Verantwortung. Für Mitmenschlichkeit und Toleranz, gegen Fremdenfeindlichkeit und Gewalt“. Im Zuge der Auseinandersetzungen der Stadtverwaltung und breiter gesellschaftlicher Gruppen gegen die geplante Anmietung einer NPD-Geschäftsstelle mit „kulturellem Zentrum“ im Karlsruher Stadtteil Durlach kam es zu vielfältigen Aktivitäten gegen den Rechtsextremismus und die Anmietung konnte erfolgreich verhindert werden. Unter der Bezeichnung „Karlsruhe zeigt Flagge gegen Rechts“ bekannte sich Karlsruhe gegen extremistisches Gedankengut und machte deutlich, dass Rassismus und Fremdenfeindlichkeit nicht geduldet werden. Im Juni 2008 kam es zu einer großen Veranstaltung über „Strategien und Methoden des Rechtsextremismus“ mit begleitendem Kulturprogramm. In Weiterentwicklung des Projekts zeigte Karlsruhe am 10.12.2008 „Flagge für die Menschenrechte“. Auch im Jahr 2009 wird das Projekt unter breiter Beteiligung der Ämter der Stadt Karlsruhe und breiter gesellschaftlicher Kreise fortgesetzt werden. Seit 2004 arbeitet Karlsruhe in der Internationalen Städtekoalition gegen Rassismus mit und ist seit 2007 förmliches Mitglied.


Mehr zur Vielfalt in Karlsruhe und zur Vielfalt unserer Projekte im Bundesprogramm „VIELFALT TUT GUT.“ hier: www.karlsruhe.de/kultur/ortdervielfalt

 

(Stand Mai 2009)