
| Einwohnerzahl: | 280.000 (2009) |
|---|---|
| Bürgermeister: | Dr. Berthold Tillmann |
| Ort der Vielfalt seit: | 25. Mai 2009 |
Die Stadt Münster hält ein breites Spektrum bereit, dass der Vielfalt in der Stadt Rechnung trägt. Gleichsam wirbt sie durch intensive Aufklärungsarbeit und unterschiedliche Projekte gegen Fremdenfeindlichkeit, Fremdenhass und für Toleranz. Neben den Interkulturellen Wochen finden eine große Anzahl von kulturellen und ausländerpolitischen Veranstaltungen des Ausländerbeirates regelmäßig statt. Darüber hinaus organisierte der Ausländerbeirat eine dreitägige Zukunftskonferenz.
Mit der Villa ten Hompel besitzt die Stadt Münster einen einzigartigen Geschichtsort, der nicht nur ein Museum ist, sondern der als didaktische Schnittstelle auch die Recherche zu diesem Geschichtsort zulässt. Sie war von 1940 bis 1945 Sitz des Regionalbefehlshabers der Ordnungspolizei. Im NS-Regime trug diese Behörde mit ihren Erlassen, Befehlen und Handlungen erheblich zum Massenmord an Juden, Sinthi und Roma bei. Die Villa ten Hompel wird als ein authentischer Schreibtischtatort verstanden, in der u. a. mit Dauerausstellungen wie „Auftrag Polizei, Verwaltung und Verantwortung“ die Geschichte der Uniformierten Polizei zwischen 1924 bis 1968, historisch rekonstruiert wurde. Diese Ausstellung zeigt bundesweit zum ersten Mal, wie Polizisten und Polizistinnen vom Verfassungsverteidiger zum Werkzeug der Verfassungsbrecher, zum ausführenden Organ einer menschenverachtenden Vernichtungspolitik und nach der deutschen Kapitulation zu entscheidenden Leugnern ihrer Taten wurden.
Darüber hinaus hat die Stadt Münster ein Flüchtlingsaufnahmekonzept entwickelt, das grundsätzlich die Flüchtlinge als Menschen in der Stadtgesellschaft anerkennt und ihnen durch ausreichend und angemessenen Wohnraum, das Angebot von Sprachkursen und eine dezentrale Unterbringung das Leben in der Stadtgesellschaft mit integrativen Ansätzen ermöglicht. Dieses Konzept wurde im Rat der Stadt Münster einstimmig genauso entschieden, wie eine aktuelle Resolution zum Bleiberecht der Flüchtlinge.
Das Leitbild Migration und Integration, das ebenfalls einstimmig im Rat getragen aber zusätzlich durch die Stadtgesellschaft autorisiert wurde, weist im Wesentlichen als Ziel die gleichberechtigte Teilhabe aller in und an der Münsteraner Gesellschaft aus. In diesem Zusammenhang trat die Stadt Münster der „Charta der Vielfalt“ bei.
Mannigfache Aktivitäten der städtischen Ämter, sowie der freien Trägerschaft wären umfangreich zu benennen. Beispielhaft wurden 2008 vier lokale Projekte des Bundesprogramms „VIELFALT TUT GUT. Jugend für Vielfalt, Toleranz, Demokratie“ durch das Amt für Kinder, Jugendliche und Familien initiiert und begleitet.
Die Aktivitäten der Kirchen und Religionen sind vernetzt zu den weiteren Aktivitäten von NGO´s, anerkannten Trägern der Jugendhilfe oder der Träger der Wohlfahrtspflege und der Stadt Münster. Die aktive Zusammenarbeit zwischen Uni und Stadt trägt dazu bei, dass ein vielfältiges kulturelles aber auch beratendes Feld innerhalb der Brücke der Universität bestellt werden kann.
(Stand Mai 2009)